SALZ AUF UNSERER HAUT – BALI

Bali – unsere ganz persönliche Schicksalsinsel

Medewi

Wir haben Bali zu unserer persönlichen Schicksalsinsel erklärt. Hier keimte die Idee zu unserer Weltreise auf und nun ist unsere Weltreise ebenfalls hier gestartet.

Nachdem wir im Dunkeln in Medewi angekommen und ohne Umschweife ins Bett gefallen sind, heißt es für uns am nächsten Morgen direkt wieder früh aufstehen. Quasi nach dem Motto „Gib dem Jetlag keine Chance“. Zum einen wollen wir die Insel erkunden, zum anderen sind wir bei unserem letzten Bali-Urlaub mit dem Surfen angefangen und da wollten wir unbedingt wieder anknüpfen. Aber ohne Frühstück geht gar nichts. Glücklicherweise macht „Mama“, die Mutter des Hosts, die eben von allen „Mama“ genannt wird, super leckeres Frühstück. Angefangen bei verschiedene Frucht-Müsli-Bowlen, Banana-Pancakes oder einfach Toast mit Rührei und Marmelade gab es alles was das Herz begehrt. Dazu einen leckeren Ginger-Tea. Absolut perfekt. Anschließend noch kurz die Unterkunft, das Medewi Surf Homestay*, erkunden und dann ab zum Surfunterricht an den Strand. (Da es sich um einen baliüblichen Steinstrand handelt, wird zwar häufig empfohlen hier Neoprenschuhe oder ähnliches mitzunehmen, wer allerdings ein bisschen Hornhaut unter den Füßen hat kann aber auch gut drauf verzichten.) Kurz aufgewärmt, die Leash am Knöchel befestigt und dann rein ins Wasser. Und irgendwie ist es ja doch wie Fahrrad fahren.

Nach ein bisschen eingrooven im Whitewash (den bereits gebrochenen Wellen) geht es relativ schnell in die größeren. Aber nach zwei Jahren der Surf-Abstinenz sind wir die Anstrengung auch absolut nicht mehr gewöhnt und so sind zwei Stunden auch definitiv genug für unsere semi-sportlichen Körper. Der restliche Tag gehört erstmal der weiteren Planung. Wo wollen wir überhaupt auf Bali hin? Was wollen wir alles sehen? Haben wir womöglich zu viel Zeit eingeplant? Wir entschließen uns für eine Rundreise über die Insel. Also von Medewi mit einem kurzen Zwischenstopp in Canggu weiter nach Ubud, dann ins Taucherparadies Amed, über die Inseln Nusa Penida und Nusa Lembongan, um dann unseren Aufenthalt in Indonesien nach 3,5 Wochen auf der Halbinsel Bukit, dem südlichen Zipfel Balis, ausklingen zu lassen.

Was wir bisher nicht bedacht haben ist, dass mit unserer Anreise auch parallel der Ramadan gestartet ist, was natürlich auch im überwiegend muslimischen Medewi deutlich zu spüren ist. Und da im Ort fast alle Warungs (die indonesischen Restaurants) geschlossen haben, hat sich „Mama“ bereit erklärt für uns alle im Surf Camp zu kochen. Und so kommen wir in den Genuss von Hühnchen, Tempe (im Prinzip ein indonesisches vegetarisches Hauptnahrungsmittel), Schrimps und, und, und… Besser konnte unsere Weltreise fast gar nicht beginnen. Und so geht’s für uns pappsatt ins Bett.

Heiliger Baum und Hahnenkampf

Der nächste Tag geht für uns wieder mit Drachenfrucht-Müsli und Toast mit Rührei los, um anschließend wieder in die Wellen zu stürzen und zu surfen. Nachdem uns auch an diesem Tag wieder nach zwei Stunden die Kraft verließ haben wir uns einen Roller, das wichtigste Fortbewegungsmittel auf Bali organisiert, um zum Bunut Bolong zu fahren. Einem gigantischen Benjamin-Baum, der von zwei Seiten über der Straße zusammengewachsen ist und so eine Art Tor bildet und für die Hindus eine heilige Stätte ist. Auf dem Weg dorthin fahren wir vorbei an Reis und Nelkenfeldern. Der Duft von Weihnachten umgibt uns. Dort angekommen gibt es nicht nur diesen riesigen Baum zu sehen, sondern auch eine acht Meter hohe Bambus-Aussichtsplattform ins Tal und…

…einen Hahnenkampf. Nach ein bisschen Smalltalk mit dem verantwortlichen Priester führte dieser uns kurzerhand zu dem etwas versteckt liegenden Spektakel, bei dem die einheimischen Männer ihr Taschengeld verzocken. Es hat bei mir etwas gedauert bis ich seine Aussage: „Es gibt keine Gewinner und Verlierer“ verstanden habe. Aber als ich zwei Hähnchen sah, die gerade gerupft wurden, hat es bei mir klick gemacht: Am Ende werden Sie alle geschlachtet. Die einen werden jetzt sicherlich denken „wie kann man sich sowas nur anschauen“. Ich kann diesen Gedanken durchaus verstehen und müsste mir einen Hahnenkampf nicht täglich anschauen. Aber dennoch gehört es zur balinesischen Kultur und es war auf eine gewisse Art faszinierend zu betrachten. Da es auf Bali wegen seiner geografischen Lage um punkt Sechs stock dunkel wird, machten wir uns auch schon wieder auf den Heimweg.

Canggu

Für den nächsten Tag hatten wir uns die Weiterfahrt nach Canggu geplant. Der Zwischenstopp stand ursprünglich gar nicht auf dem Plan, aber da wir uns so das Taxi mit einer weiteren Reisenden teilen konnten haben wir die Möglichkeit genutzt, um uns den Ort anzuschauen und etwas Geld zu sparen. Den Reiseberichten zufolge gilt Canggu als Hipster- und Surfspot mit vielen kleinen bunten Läden und Restaurants. Späten Nachmittag angekommen hat uns unser Host in Ermangelung eines freien Rollers direkt selbst zum Strand gebracht, mit dem Versprechen auf den Lippen uns direkt für den nächsten Morgen einen seiner besten Roller zu organisieren. Von Canggu waren wir mehr oder minder geschockt. Dröhnende Musik aus allen Winkeln, westliches Essen, überteuerte Preise, überlaufener Strand. Alles andere als das Bali-Flair, dass wir bisher kennen und lieben gelernt hatten. Es viel uns sogar echt schwer ein lokales Warung zu finden. Aber nichts ist unmöglich und so konnten wir trotzdem den Abend bei jeweils einer Portion Nasi & Mie Goreng ausklingen lassen. Wieder in der Unterkunft zurück, bekamen wir auch schon die Schlüssel und Helme für unseren Roller. Der Plan war möglichst früh zum Tanah Lot, einem hinduistischen Meerestempel, zu fahren, bevor die Touris aus Kuta und Ubud mit Bussen angekarrt werden. Um halb 8 morgens sind wir dann nach 20 Minuten Fahrt auf dem Parkplatz des Geländes angekommen und waren tatsächlich die ersten Besucher. Der Tempel wurde auf einem Felsen im Meer errichtet und so kann man bei Ebbe bis zum Tempel laufen. Auf dem Gelände befindet sich zusätzlich noch ein zweiter Tempel, der Pura Batu Bolong, welcher auf einer Felskante steht, die wie eine Brücke ins Meer hinausragt. Auch dieser Tempel ist definitiv durch seine Lage ein echtes Highlight. 

Wir genossen es anfangs alles alleine zu erkunden, ohne weitere Touristen. Aber schon bald füllte sich das Gelände. Glücklicherweise war als wir ankamen tatsächlich Ebbe oder zumindest auflaufend Wasser, sodass bereits wenig später der Tempel vom Wasser verschlossen war. Entsprechend suchten wir uns ein schönes Plätzchen um ein „paar“ Bilder vom Tempel zu schießen.

Im Anschluss ging es für uns an den Kedungu Beach und zur großen Überraschung und als absolutes Kontrastprogramm zum überfüllten Tanah Lot waren wir, mit Ausnahme einiger weniger Surfer im Wasser, absolut alleine. Drei Kilometer weißer Traumstrand für uns. Damit haben wir definitiv nicht gerechnet. Also Flip-Flops aus und bis zum Ende des Strandes schlendern. Anschließend heißt es wieder zurück nach Canggu, noch schnell über den Nachtmarkt schlendern, Unterkunft in Ubud organisieren und wieder Rucksack zusammen packen für den nächsten Tag…

 

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