UBUD – DIE KÜNSTLERSTADT BALIS

Ubud – die Künstlerstadt Balis

Nach Ubud ging es für uns von Canggu aus mit einem BlueBird Taxi. Abends per App am Handy für den nächsten Morgen bestellt und morgens pünktlich am Homestay startklar. Nachdem wir uns mittlerweile auf die Gepflogenheiten auf Bali eingestellt haben, hatten wir beide nicht die Erwartungshaltung, dass das Taxi pünktlich sein würde, geschweige denn 5 Minuten früher da sein wird. Eher hatten wir die hier übliche „Balizeit“ eingeplant. Also 15 bis 30 Minuten später als vereinbart. Eine absolut schöne Überraschung. Knappe 2 Stunden ging es für uns durch das balinesische Verkehrschaos. Endlich in Ubud angekommen erwartete uns die nächste positive Überraschung. Unsere Unterkunft hatte einen tollen Blick über die Reisterassen. Jetzt bitte nicht falsch verstehen: Nicht DIE Reisterassen, die in jedem Reisekatalog und jedem Instagram-Post gezeigt werden, aber trotzdem unfassbar grün und eine Ruhe ausstrahlend, dass wir Stunden davor hätten sitzen können.

Wasserfalltag

Du willst wissen, welche Wasserfälle für dich infrage kommen oder welche auf deiner geplanten Route liegen, dann schau doch einfach mal hier vorbei!

Aber dafür war uns die Zeit auch wieder zu schade. Also flott einen Roller organisiert, Rucksack gepackt und auf zu unserem ersten Hotspot für den Tag: den Tegenungan Wasserfall. Für den Tag standen übrigens NUR Wasserfälle auf dem Programm. Dort angekommen erleiden wir allerdings nach Canggu unseren zweiten „Touristen-im-Überfluss“-Schock auf Bali. Der Wasserfall ist riesig und wunderschön und definitiv sehenswert, aber ebenfalls riesig ist die Anzahl der anwesenden Touristen.

Wie schön dieser Ort sein muss, wenn keine oder vielleicht nur halb so viele Touristen dort sein würden. Geschockt davon geht’s für uns weiter in die Richtung des nächsten Wasserfalls auf unserer Route. Aber wie der Zufall es manchmal so will, weist uns auf dem Weg zum nächsten Wasserfall ein Schild auf den noch näher gelegenen (300 Meter entfernten) Goa Rang Reng Wasserfall hin. Somit beschlossen wir kurzerhand erst einmal diesen zu besichtigen und fuhren den Schildern entlang zu dem darauf gezeigten Wasserfall. Wir verpassten allerdings die Einfahrt zu dem Wasserfall und gelangen so zu dem Kanto Lampo Wasserfall.  Hier erwartete uns endlich die erhoffte „nahezu-Einsamkeit“, wie wir sie von Lombok aus kannten. Das glasklare Wasser strömt entspannt den Felsen hinab. Ein Schwimmbad-Architekt hätte sich diesen Ort nicht perfekter ausmalen können. Auch der Weg zu dem Wasserfall ist malerisch mit vielen Figuren an den Felswänden und einer Dschungellandschaft.

Für uns stehen aber noch zwei weitere Wasserfälle auf dem Plan und so geht es wieder alle Stufen hoch auf den Roller und zum nächsten Spot, dem Goa Rang Reng Wasserfall. Vorher weißt uns eine Holztafel noch darauf hin: „I am in Bali now“. Ich bin auf Bali. Und das wichtigste: Ich bin es jetzt. Es ist kein Plan, keine Idee, kein Konjunktiv. Es ist einfach…jetzt.

Kurze Zeit später stehen wir vor dem Goa Rang Reng. Im leichten 45° Winkel fließt das Wasser wie auf einer Rutsche hinab, nachdem es sich zuvor durch einen schmalen Spalt im Felsen gewunden hat.

Auch hier sind wir wieder fast alleine. Es ist immer wieder beeindrucken zu sehen, welche Naturgewalten über die Jahre so etwas Schönes formen können. Wir setzen uns an die obere Kante des Wasserfalls und genießen einfach nur den Moment, bevor es wieder weiter geht.

Als letzter Tagesordnungspunkt stand der Tibumana Wasserfall auf dem Plan. Dort angekommen, sind wir wieder absolut begeistert. Ich glaube, wenn man an einen idealtypischen Wasserfalldenkt, dann hat man automatisch den Tibumana Wasserfall im Kopf. Ein paar Meter breit, sieben vielleicht acht Meter hoch. Zu seinen Füßen ein Wasserbecken im dunklen Vulkansand, eingerahmt vom grün des Dschungels.

Leider müssen wir wegen der bevorstehenden Dämmerung schon wieder auf den Weg nach Ubud machen. Aber die Eindrücke von diesem Tag werden wir so schnell nicht vergessen.

Ein Tag mit Freunden

Nachdem wir den Abend an den Reisterassen vor unserem Hotel haben ausklingen lassen steht für den nächsten Tag ein Wiedersehen mit zwei Freunden von uns auf dem Programm. Diese sind zufällig zur gleichen Zeit wie wir auf Bali und so MUSSTEN wir uns einfach treffen bei so viel Zufall. Also haben wir kurzfristig einen Tag abgestimmt. Die beiden haben einen Fahrer organisiert und so wurden wir gegen zehn in Ubud abgeholt. Es ist ein tolles Gefühl Freunde wieder zu sehen, wo man sich doch eigentlich gerade erst von allen verabschiedet hat (Was uns nach wie vor tatsächlich noch etwas nachhängt). Da die beiden nur ein paar Tage auf Bali waren, war das geplante Tagesziel entsprechend ehrgeizig: Erst den Tegenungan Wasserfall, dann den Reinigungstempel, dann auf den Kraterrand des Gunung Batur Vulkan und für dem Rückweg standen die Kaffeeplantagen, die Reisterassen (als diesmal DIE Reisterassen) und der Monkey Forrest auf dem Programm. Bis auf die beiden letzten Sehenswürdigkeiten haben wir auch tatsächlich alles geschafft. Und ohne groß ins Detaill zu gehen war es einfach schön, Zeit mit Freunden zu haben. Und noch besser, dass man das auch am anderen Ende der Welt haben kann. Aber die Tage auf Bali enden nun einmal schon um sechs Uhr abends und so mussten wir uns erneut von Freunden verabschieden.

Roadtrip

Für unseren letzten Tag in Ubud haben wir uns all das vorgenommen, was wir bis dahin nicht geschafft hatten. Zuerst ging es mit dem Roller vorbei an verschiedenen farbenfrohen, teilweise lauten und in jedem Fall beeindruckenden hinduistischen Zeremonien zum Tukad Cepung Wasserfall. Auch hier hat sich das Wasser über die Jahre tief ins Gestein gefressen und so hat man das Gefühl der Fels schließt sich auf dem Weg zum Wasserfall wieder über unseren Köpfen und nur zwischendurch findet der ein oder andere Sonnenstrahl seinen Weg durch das Dickicht und die hohen Wände zu uns hinunter. Nach einem kurzen Weg stehen wir sprachlos zu Fuße des Wasserfalls. Es scheint als wurde ein riesiges kreisrundes Loch in den Boden gestanzt, zu dessen einen Seite sich der Wasserfall ergießt und durch das aufspritzende Wasser entstehen egal wohin man schaut Regenbogen. 

Auf unserem Rückweg konnten wir nun DIE Reisterassen besuchen und egal wohin man schaute, es war einfach alles grün. Wie eine Treppe sind die Terassen mit nur wenigen Metern Breite das komplette Tal hinab aufgebaut. Jeder Quadratzentimeter ist sinnvoll genutzt. Jeder der angelegten Kanäle und Rohre hilft, das Wasser maximal effektiv zu nutzen. Unglaublich welch eine Ingenieurskunst dahinter steckt und noch unfassbarer, wie alt diese bereits ist. Hier konnten wir es uns dann auch nicht entgehen lassen mit einer der Schaukeln einmal in schwindelerregender Höhe die Aussicht zu genießen (inklusive Adrenalinkick).

Wieder zurück in der Stadt buchten wir noch schnell eine Trecking Tour für die kommende Nacht auf den Mount Batur, einem aktiven Vulkan, bevor es dann entsprechend verhältnismäßig früh ins Bett ging. Denn der nächste Wecker sollte bereits um 1:30 Uhr klingeln, da wir schon um zwei Uhr von einem der Shuttel abgeholt wurden, welche die Touristen in Scharen den Berg hochkarren. Mit einem kurzen Zwischenstopp in einem heruntergekommenen „Restaurant“, in welchem wir das „Frühstück“ bestehend aus einer uns sehr suspekten Art frittierten Banana-Pancake dankend ablehnte, ging es auf den Vulkan. Gegen 4 Uhr waren wir am Startpunkt des letztlich zu Fuß zu bewältigenden Aufstiegs angekommen. Um rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu sein, mussten wir im Lichtkegel unserer Taschenlampen ein sportliches Tempo an den Tag legen. Wie eine Perlenkette schlängelte sich die Lichterkette bestehend aus den einzelnen Taschenlampen hunderter weiterer Touristen den Berg hinauf. Und wir waren uns sicher, dass nicht nur wir die Anstrengungen deutlich unterschätzt hatten. Aber nach einem abschließenden Sprint der letzten Höhenmeter haben wir es tatsächlich just-in-time geschafft. Die Sonne begann langsam den Himmel zum Glühen zu bringen, da erreichten wir den Gipfel und genossen die Aussicht. Eine Zufriedenheit und Stolz machte sich in uns breit.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit weniger anstrengenden Sachen, wie dem Besuch des Monkey Forest´s oder einem ausdauernden Spaziergang auf dem Campuhan Ridge Walk, welcher dann das Ende unseres Ubud Aufenthaltes einläutete.

Für die Fahrt nach Amed am nächsten Morgen schrieben wir einem Fahrer, mit dem wir bereits zwei Jahre zuvor sehr gute Erfahrungen gesammelt hatten und so vereinbarten wir Uhrzeit und Preis und verließen uns drauf, dass alles auch entsprechend klappt…

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