WRACKTAUCHEN IN AMED – BALI

Wracktauchen in Amed

…Da haben wir erst noch die unglaubliche Pünktlichkeit unseres Fahrers von Canggu nach Ubud bewundert, werden wir auch wieder mit dem Gegenteil konfrontiert. Unser Fahrer, mit dem wir vor zwei Jahren beste Erfahrungen gemacht haben, schreibt uns um kurz nach 9, dass er es nicht schafft uns zu fahren. Aber that’s Bali… Also nicht den Kopf in den Sand stecken, kurz mit unserem Host geschnackt uuuuund: Problem erkannt, Problem gebannt und zwei Stunden später sitzen wir auch schon im Shuttle-Bus nach Amed und das auch noch deutlich günstiger als eigentlich für den Fahrer eingeplant. Zwar sind wir etwas später als ursprünglich geplant in Amed, aber damit können wir sehr gut leben. Unsere Unterkunft ist super gelegen, mit bestem Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang, und unsere Gastgeberfamilie ist super nett. Schnell kommen wir ins Gespräch und genauso schnell wird das Problem, dass wir eine solide Tauchstation brauchen erkannt. Glücklicherweise kennt man sich im Dorf und unser Host organisiert binnen Minuten den, zwar als Deutschen Tauchlehrer angekündigt, kanadischen Betreiber einer Tauchbasis. Somit ist auch das Programm für die nächsten Tage klar festgesteckt: Ab in die Neos und runter geht’s.

Korallentauchen zum Eingrooven

Für den nächsten Morgen haben wir den ersten Tauchgang für 8.30 Uhr angesetzt. Also ganz entspannt frühstücken und dann zur Tauchschule laufen (10 Minuten Fußweg). Die Größen der Tauchklamotten hatten wir schon am Vorabend anprobiert und so mussten wir uns nur noch in unsere Klamotten zwängen und schon waren wir startklar. Auf der Laderampe eines zum Tauchmobil umgebauten Transporters ging es dann zum ersten Tauchspott: Einem natürlichen Korallenriff vor dem Hafen von Jemeluk. 52 Minuten lang ging es an bunten Fischen und Korallen vorbei, wenngleich Nils die letzten zehn Minuten an die Sauerstoffversorgung unseres Tauchguides musste, da er unter Umständen etwas schnell geatmet hatte. Es lag natürlich nicht an der Aufregung, sondern rein an seinem großen Lungenvolumen. 😉

Der zweite Tauchgang führte uns vorbei an einem durch stählerne Pyramiden künstlich angelegten Korallengarten. Hier konnten wir uns ganz entspannt von der Strömung treiben lassen. Es fällt schwer in Worte zu fassen, was wir Unterwasser alles gesehen haben und wie schön diese andere Welt ist. Aber auch hier zeigte Nils Finimeter gefühlt wieder viel zu früh die 50 bar an, die als Reserve gelten und nach Möglichkeit nicht überschritten werden sollten. Entsprechend durfte Nils wieder an den zweiten Atemregler unseres Tauchguides. Nach dem Tauchgang meinte er nur mit einem Schmunzel im Gesicht, dass er Nils für den nächsten Tauchgang eine 15l fassende Sauerstoffflasche organisieren würde.

 

Alle Bilder sind übrigens von der lieben Fanta!

 

Roller mit Altersschwäche

Für die Zeit nach dem Tauchgang wurde uns empfohlen uns am besten einen Roller zu mieten und in das Hinterland zu fahren, da man von dort einen atemberaubenden Blick sowohl auf den Ozean auf der einen Seite, aber auch gleichzeitig einen Blick auf die Balisee auf der anderen Seite haben solle. Also haben wir uns kurzerhand bei unserer Unterkunft einen Roller geliehen und sind los. Leider war der Roller etwas schwach auf der Brust und hatte so seine Probleme die Serpentinen hochzukommen. So entschieden wir uns kurz vor dem Ziel, nachdem der Roller auch ohne belastendes Gewicht der Fahrer nicht mehr die Steigung packen wollte, dass es wohl besser sei, wenn wir an dieser Stelle umdrehen würden. Aber trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt. Im Hinterland Balis scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, es sind keine Läden mit den immer gleichen Klamotten und den immer gleichen Taschen zu sehen und niemand möchte einem einen Roller oder den nächsten Tagesausflug verkaufen. Die Leute gehen ihren Pflichten auf dem Feld nach, bauen neue Häuser für die Kinder oder bringen Opfergaben dar. Insofern sind wir auf jeden Fall froh den Ausflug angetreten zu haben, auch wenn wir nicht ans eigentliche Ziel gekommen sind. Abends ging es dann für uns noch an DEN Sunsetpoint des Dorfes, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Wracktauchen

Für den nächsten Morgen hieß es um 6.15 Uhr bei der Tauchschule zu sein. In der Balisee wurde im 2. Weltkrieg ein Transporter der US Army von einem japanischen Torpedo getroffen und anschließend bis vor Bali geschleppt. Kurz vor dem Ziel, einem Hafen an der balinesischen Nordküste, musste das Schiff aufgegeben werden und wurde in der Bucht von Tulamben auf Grund gesetzt. Dort lag das Wrack bis 1963 am Strand. Durch die Vibrationen beim Ausbruch des Vulkans Agung auf Bali rutschte das Wrack zurück ins Wasser wo es seitdem auf einer Tiefe von 9 bis 30 m liegt und nun das Zuhause unzähliger Korallen, Fischen und Schildkröten geworden ist. Und genau dieses Wrack ist das wesentliche Ziel des Tages. Unsere Ausrüstung lag schon fertig gepackt bereit und wurde, als wir an der Tauchschule ankamen, bereits verladen. Eine knappe dreiviertel Stunde später waren wir am Tauchspot und konnten vom Strand aus ins Wasser starten.

Zuerst ging es ein paar Meter über den sandigen Meeresboden, als sich plötzlich das dunkle Heck des Schiffes vor uns aus der Dunkelheit aufrichtete. Wir tauchten an der Steuerbordseite des Schiffes entlang. Unter uns konnten wir noch die Reste einer Kanone ausmachen. Egal, wohin man schaute, überall wuselte es von Fischschwärmen und bunten Korallen sämtlicher Coleur. Wir tauchten durch das aufgebrochene Wrack hindurch. An einer Stelle erkannte man noch die alten Dampfkessel des mittlerweile 100 Jahre alten Schiffs, an anderer Stelle noch große Ventilschrauben. Nach fast einer Stunde war auch dieser Tauchgang für uns zu Ende und so ging es für eine Dekompressionspause zurück an Land. Der zweite Tauchgang führte uns durch einen gigantischen Anemonengarten welche in gleicher Höhe Clownfischpärchen ein Zuhause gaben. Aber irgendwie waren wir noch zu geflasht von dem Wrack, um den Tauchgang wirklich wahrzunehmen. Danach ging es wieder zurück zur Tauchschule. Schon am Vortag sind wir dort mit einem amerikanisch-französischen Pärchen, das dort ihren ersten Kurs machte, ins Gespräch gekommen und so stimmten wir uns ab, dass wir mit einer weiteren Taucherin den Abend am gleichen Sunset-Spot, den wir schon am Vortag genossen haben, ausklingen lassen. Nachdem sich die Sonne dann hinter den Horizont zurückgezogen hatte, verlagerten wir den Place-to-be zu unserer Unterkunft, um dort noch weiter Karten zu spielen. Das Kartenspiel sollte übrigens zu unserem neuen Dauerrenner werden.

 

Auch diese Bilder sind alle von Fanta.

 

Unterwasser sind die Aussichten heiter bis wolkig

Unseren letzten Tag in Amed wollten wir noch zu einem berühmten Tempel und mit schnorcheln verbringen. Irgendwie steckten uns die letzten vier Tauchgänge aber noch stark in den Knochen und so kamen wir erst verhältnismäßig spät in Schwung. Leider lag auch der Tempel wieder auf einem kleinen Berg und so mussten wir dem Roller, den wir liebevoll „die Bergziege Beate“ getauft haben, mit anschieben unterstützen, um nach oben zu kommen. Dort angekommen war unser eigentlicher Plan, Bilder mit einem Tempeltor und dem Vulkan Agung im Hintergrund zu machen. Leider haben uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung gemacht und so mussten wir auf den Blick auf den Vulkan verzichten. Die Bilder sind aber trotzdem super geworden.

Anschließend ging es dann erst zu einem japanischen U-Boot Wrack, bei dem aber leider die Sicht so schlecht war, dass wir nach fünf Minuten im Wasser wieder aufgaben und den Spot wechselten. Bei dem neuen Spot (Lipah Beach) war das Wasser dann wieder glasklar und das, obwohl beide Spots direkt nebeneinander liegen und nur durch eine schmale Landzunge voneinander getrennt sind. Dort liegt zwar kein gesunkenes Schiff oder U-Boot, aber riesige Korallenplatten und rote Korallenfächer überziehen nahezu die komplette Bucht.

Für den Abend dachten wir, gönnen wir uns einfach mal was, denn das muss zwischendurch auch mal drin sein. Vor allem, wenn man bedenkt was „gönnen“ in Süd-Ost-Asien bedeutet. In unserem Fall mit neu gewonnen Freunden in ein französisch geführtes Restaurant zu gehen, das europäische mit indonesischer Küche verbindet und dafür dann knappe zwölf Euro für zwei Personen zu bezahlen… und das inklusive Nachtisch. Vor allem der Nachtisch war ein absolutes Highlight. Ein kleiner Schokokuchen mit flüssiger Schokoladenfüllung und Kokoseis. Aber das Beste ist einfach, dass man überall auf Gleichgesinnte trifft und neue Freunde gewinnt. Anschließend heißt es für uns wieder packen. Das schöne ist, zu wissen, dass wir uns schon bald wiedersehen werden, da die beiden anderen auch planen, nach Nusa Penida, unserem nächsten Reiseziel, zu kommen.

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