Von der Insel in die Millionenmetropole

Kuala Lumpur

Nach knapp 3,5 Wochen auf dem super entspannten Bali heißt es nun für uns Abschied nehmen und ab in den Großstadt-Dschungel. Die letzten Tage auf Bali haben wir auf der Halbinsel Bukit nahe Nusa Dua verbracht. Zwar stand hier eigentlich surfen auf dem geplanten Fitnessprogramm, allerdings fiel dies Mangels Wellen ins Wasser. Und so verbrachten wir die Tage an den Stränden und genossen das blaue Wasser des Ozeans. Auf der einen Seite ist es faszinierend, mit welcher Ruhe und Gelassenheit die Balinesen die Millionen an jährlichen Besucher weglächeln, auf der anderen Seite ebenso erschreckend, wie sehr der Tourismus die Insel innerhalb von wenigen Jahren verändert. Wir können nur hoffen, dass das Bali, so wie wir es lieben, sich noch eine Weile erhält und mit seinem Lächeln die negativen Seiten des Tourismus nicht zur Geltung kommen lässt.

Rein in den Flieger

Für uns bedeutet der Wechsel des Landes auch gleichzeitig den Moment, in dem uns bewusst wird, dass wir uns nicht auf einem ausgedehnten, langen Urlaub befinden. Wir sitzen deswegen mit einem breiten Grinsen von Ohr zu Ohr im Flieger, weil dieses Gefühl einfach so unendlich gut ist. Es ist einfach ein Gefühl von Freiheit, das wir zutiefst genießen. Und so fällt uns der Wechsel der Destination eben auch nicht schwer, obwohl wir doch unser Herz sehr an Bali verloren haben. (Und ein klein wenig vermissen werden wir Bali auf jeden Fall).

Nach knapp 3,5 Stunden Flug landen wir dann in Kuala Lumpur. Vom Flughafen geht es mit der Metro rein in den Großstadt-Dschungel. Es ist definitiv ungewohnt. Überall leuchtende Werbereklame, U-Bahn, Straßenbahn, Monorail und deutlich weniger Roller, die die Luft verpesten und viele Hochhäuser.

Self-Check-In

Die Wahl der Unterkunft viel uns diesmal etwas schwerer, vor allem da in Kuala Lumpur einfach ein anderes Preisniveau aufgerufen wird, als auf Bali. Anstelle von 9 € zahlen wir hier gute 30€ für unsere Unterkunft pro Nacht. Aber damit müssen wir wohl leider zurechtkommen…Uuuund unsere Unterkunft liegt auch mega zentral. Was für uns bedeutet, dass wir nur ein paar Minuten zu den Petronas-Towers laufen. Aber zuerst mussten wir erstmal in unsere Wohnung reinkommen. Unser Host hatte uns nur geschrieben, dass wir uns als ihre Gäste bei der Security anmelden müssen und dann würden wir den Wohnungsschlüssel im Postkasten finden, welcher wiederrum mit einer Zahlenkombi gesichert ist. Klingt erstmal einfach. War es dann auch. Aber als typisch Deutscher ist man bei solch Konstellationen per se eher skeptisch veranlagt. Und die Wohnung war der Hammer! Zwar versperrten zwei neu gebaute Hochhäuser die Sicht auf die Petronas-Towers, aber durch einen kleinen Spalt zwischen den Häusern konnte man einen der Tower sehen. Gerade nachts absolut umwerfend!

Anschließend ging es für uns in die Stadt. Unsere Kamera machte Anstalten ihren Geist aufzugeben. Und das nach nur 3 Jahren!?!?! Aber was will man machen. In Deutschland werden wir versuchen die Gute reparieren zu lassen. Aber nichtsdestotrotz brauchen wir nun eine voll funktionierende Kamera. Wir waren schwer fasziniert, dass man hier auch bei Technik ordentlich handeln kann und so bekamen wir das Objekt der Begierde nicht nur mit mehreren Extras, sondern auch zu einem Schnapperpreis.

Billiger als Wasser

Da es mittlerweile Dunkel geworden war, beschlossen wir die Helibar aufzusuchen. Eine Bar, die wie der Name schon sagt, auf einem Helikopter Landeplatz als Außenterasse aufwartet. Um dort Platz nehmen zu dürfen, muss man allerdings etwas zu Trinken kaufen. Wir durchstöberten die Bar nach dem obligatorischen Wasser. Hierbei mussten wir allerdings erschrocken feststellen, dass Wasser nicht das günstigste Getränk war, sondern Smirnoff Ice. Also gab’s zur Feier des Tages für uns an dem Abend Alkopops und eine spektakuläre Aussicht auf die Skyline von Kuala Lumpur. Danach fielen wir wieder todmüde ins Bett.

Sightseeing in Kuala Lumpur

So viel wie vielleicht manch andere Städte hat Kuala Lumpur in Bezug auf Sightseeing augenscheinlich nicht zu bieten. Trotzdem haben wir uns kurzerhand entschieden anstatt einem, zwei Tage zu bleiben. Für den ersten Tag stehen die Batu Caves auf dem Programm. Gigantische Höhlen mit Tempeln und gigantische Götterstatuen sind dort zu finden. Neben dem „einfachen Programm“ kann man die dahinterliegende Höhle besichtigen. Entweder als Abenteuerprogramm, mit Schwimmen in der Dunkelheit und vielem mehr oder für die Spießervariante, die wir natürlich nahmen: Einer Führung durch die Höhle. Während der Führung hört man laufend das Fiepen der Fledermäuse, die über unseren Köpfen in der Dunkelheit hängen. Immer wieder weißt uns unser Guide auf Stalaktiten und Stalakmiten hin, welche sich über Jahrtausende gebildet haben. Die Höhle endet an einer Stelle, an dem Licht wie in einem gebündelten Strahl in die Höhle eindringt.

Nach der Führung geht es erstmal mit knurrendem Magen zurück (Kein Wunder. Es war mittlerweile Mittag und unsere Mägen haben bisher weder Frühstück noch ein Mittagessen gesehen). Daher heißt es erstmal zurück in der Stadt, was schnelles zu Essen auftreiben.

Tierquälerei

Für den Nachmittag hatten wir uns den Vogelpark und das Schmetterlingshaus Kuala Lumpurs ins Programmheft eingetragen. Dort angekommen waren wir erstmal über die hohen Eintrittsgelder erstaunt. Im Park schlug das Erstaunen schnell in Entsetzen um. Wir sind davon ausgegangen, dass dort lokaltypische Tiere in einem Freifluggehege gehalten werden. Stattdessen werden nur nicht oder nur eingeschränkt flugfähige Vögel in der Riesenvolliere gehalten. Die übrigen sitzen in viel zu kleinen Vollieren und machen einen sehr kranken Eindruck. Im Nachhinein haben wir uns richtig geärgert, diesen Park unterstützt zu haben. Da der Nachmittag schon stark fortgeschritten war, mussten wir dann auch noch den Besuch im Schmetterlingshaus streichen. Stattdessen ging es zurück zur Unterkunft, um den Pool auf der Dachterrasse mal beim Sonnenuntergang zu genießen.

Unser erstes Indian Food

Bevor es wieder losgeht haben wir uns vorgenommen, mal auszuschlafen und entspannt zu frühstücken. Anschließend führt uns der Weg nach Little India. Jetzt ist die Situation in Kuala Lumpur so, dass die Regierung vor ein paar Jahren beschlossen hat, das little India zu verlegen, mit dem Ergebnis, dass es nun mehr zwei Little India gibt. Einmal das Neue und einmal das Alte. Zuerst geht’s für uns auf eine Chai Massala und etwas Brot mit Dip in das neue Little India. Danach besuchen wir den Merdeka Square, das historische Zentrum, von wo aus einst der Sultan von Kuala Lumpur über die Stadt wachte. Das Sultanat ist ein wunderschönes Gebäude, dass Elemente aus dem Indischen und dem Arabischen miteinander vereint und auf jeden Fall einen Abstecher wert. Der Merdeka Square liegt praktischerweise direkte neben dem alten little India und dem Viertel China Town, welche wir ebenfalls noch besuchten.

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