Unsere Anleitung für deine Safari

Krüger Nationalpark – Der Inbegriff einer Safari

Wenn du an Afrika und Safari denkst, kommt dir sicherlich auch automatisch der Kruger Nationalpark in den Sinn (in deutsch wird er häufig auch Krüger Nationalpark genannt). Kaum ein anderer Nationalpark oder Naturreservat in Afrika hat es zu einer solchen Bekanntheit geschafft. Er verkörpert für viele genau das Bild, was Disney’s König der Löwen bei den meisten von uns hinterlassen hat:

Sonnenaufgänge über der Savanne, Elefanten, die an Wasserlöchern spielen, elegante Giraffen, Nilpferde in den Flüssen und natürlich Löwen, welche auf einem Felsen über der Savanne trohnen.

Aber der Krüger und viele weitere Nationalparks bietet noch viel mehr, als dieses stereotypische Bild. Damit du bestens (und besser als wir es waren) auf deine Safari vorbereitet bist, haben wir alles, was wir während unserer 7 Tage im Nationalpark gelernt haben, zusammengefasst.

Unsere Anleitung – Vorbereitung

Selfdrive- oder geführte Safari?

Zuerst einmal stellt sich die Frage, was deine Art einer Safari ist.

Macht es Sinn eine komplett geführte und organisierte Safari zu buchen, oder solltetst du dich für eine Selfdrive-Safari entscheiden?

Um dieses Frage zu klären ist es sinnvoll, erst einmal zu klären, welche Möglichkeiten du generell hast. Diese Möglichkeiten stehen dir nicht nur im Krüger zur Auswahl, sondern generell, wenn du eine Safari machen willst:

Variante 1 – Die organisierte Safari

Bei einer organisierten Safari, wird die Planung, Organisation und der Ablauf der Safari vom Reiseanbieter übernommen. Du entscheidest wo du hinwillst und der Anbieter bucht die Unterkünfte und organisiert einen erfahrenen Guide, welcher dich auf deiner Safari zu den besten Spots führt (Das heißt, wo du die meisten Tiere sehen kannst). Zudem kümmert sich dein Guide auch um deine Verpflegung während der Safari (also außerhalb eurer Unterkunft). Manchmal hast du die Möglichkeit die Safari auch direkt bei einem Guide zu buchen (schaut z.B. mal bei www.safarifrank.de).

Vorteile:

  • „All-Inclusive Paket“; d.h. du musst dich um nichts kümmern
  • Du profitierst vom großen Erfahrungsschatz deines Guides und deines Organisators
  • Die Guides sind in der Regel gut vernetzt und informieren sich gegenseitig über etwaige Sichtungen
  • Du erfährst viel Wissen von deinem Guide und kannst ihm alle Fragen stellen, die dir in den Sinn kommen
  • Du hast eine deutlich höhere Vielfalt in der Ausgestaltung deiner Safari (z.B. eine Fotosafari, mit entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen)

Nachteile:

  • Deutlich kostenintensiver als eine Selfdrive-Safari
  • Weniger Flexibel (Sowohl in der Planung, als auch im tatsächlichen Tagesablauf)

Variante 2 – Die Selfdrive-Safari:

Vermutlich der Klassiker unter den Safaris. Bei einer Selfdrive-Safari schnappst du dir einen Mietwagen und los geht das Abenteuer. Du buchst dir deine Unterkünfte zusammen und entscheidest jeden Tag selbst, welches der richtige Ort für Tiersichtungen ist.

Aber ganz so einfach wie es klingt ist es dann doch nicht; oder vielleicht eben wohl. Aber zur Organisation kommen wir später.

Vorteile:

  • Deutlich günstiger als eine organisierte Tour
  • Du hast dennoch die Möglichkeit einzelne geführte Game-Drives (so nennt man die einzelnen Touren) zu buchen
  • Hoher Grad an Flexibilität

Nachteile:

  • Du profitierst nicht von der Erfahrung anderer
  • Du bist nicht so gut vernetzt wie die Guides
  • Gerüchten zufolge soll man weniger Tiere sehen. Dies konnten wir nicht bestätigen. Eher im Gegenteil.

 

Du bist immer noch unentschlossen, was deine Art des Reisens sein soll? Schreib uns doch einfach eine E-Mail. Wir stecken dann einfach mal unsere Köpfe zusammen und überlegen gerne gemeinsam.

Die Reisezeit für deine Safari

Die beste Zeit für eine Safari ist schwer zu definieren. Berücksichtige hierbei das individuelle Klima des von dir gewählten Nationalparks. So gibt es z.B. allein im südafrikanischen Winter (also Mai – August) zwei Klimazonen. Während es um Kapstadt herum und an der Gardenroute zu dieser Zeit eher regenreicher ist, herrscht im restlichen Land die Trockenzeit. In den Sommermonaten (November – April) ist dies genau umgekehrt. Dann ist z.B. im Krüger die Regenzeit. Das hat natürlich auch eine Auswirkung auf dein Safarierlebnis. Im südafrikanischen Winter ist der Krüger stark begrünt. Die Büsche und Sträucher hängen voll mit Laub und auch die Baumkronen sind schwer einsehbar. Dies macht es natürlich schwieriger die Tiere zu spotten. Vor allem die wunderschönen Raubkatzen machen es euch nicht leicht. Häufig liegen sie im hohen Gras oder liegen auf einem Ast und du fährst vorbei, ohne dass du sie zu Gesicht bekommst. Zudem solltest du dich zu dieser Reisezeit frühzeitig um eine Unterkunft bemühen. Nicht selten sind die Unterkünfte in den Camps bereits ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht.

Viele Touristen entscheiden sich dennoch ihre Safari im südafrikanischen Sommer zu machen und dem europäischen Winter den Rücken zu kehren.

Wenn du im südafrikanischen Winter in den Krüger kommst, profitierst du von der Trockenzeit. Natürlich machen es dir die Tiere trotzdem nicht leicht, doch du kannst weiter ins Land hineinschauen, da die Büsche dir die Sicht nicht zwingend versperren oder den Geparden in den Baumkronen liegen sehen, da diese keine Blätter tragen.

Aber das letztlich schlagende Argument für eine Safari im südafrikanischen Winter ist, dass zu dieser Zeit wenige bis keine Mücken vorhanden sind!!! Wenn das mal kein Grund ist?

Unsere Anleitung – Organisation

Eine Safari ist voll dein Ding und du hast dir bereits Gedanken zur Jahreszeit gemacht?

Dann kann es jetzt weiter gehen!

Organisierte Safari

Wie der Namen schon durchscheinen lässt musst du dich hier um relativ wenig kümmern. Dein Sehnsuchtsort steht fest, du hast dich für eine Reisezeit enschieden? Dann drück auf den „Buchen“-Knopf und fertig. Jetzt musst du dir nur noch Gedanken zur Packliste machen. Schaue einfach mal weiter unten nach. Da haben wir dir unsere zusammengestellt.

Selfdrive-Safari

Die Organisation einer Selfdrive-Safari ist logischerweise etwas komplexer. Wenn du dich bereits für einen Nationalpark entschieden hast und die Reisezeit feststeht, geht es nun an deinen mobilen Untersatz und an die Unterkünfte. Bedenke, dass der Wagen in zwingender Abhängigkeit zum Nationalpark steht, da einige nur Allradfahrzeuge erlauben (sog. 4WD). Und die Buchung deiner Unterkunft wiederrum steht in Abhängigkeit zum Wagen. Möchtest du z.B. einen Wagen mit Dachzelt haben, solltest du dich um Stellplätze kümmern, ansonsten um Bungalows oder Lodges (je nach Preisklasse). An dieser Stelle möchten wir dich nochmal dran erinnern, dich frühzeitig (also sobald du deinen Reisezeitraum kennst) um Unterkunft und Wagen zu kümmern. Gerade in der Hauptsaison ist vieles bereits ausgebucht.

Wagen

Bei der Wahl des Wagens stehen dir generell alle Möglichkeiten offen. Theoretisch kannst du die kleinste Wagenklasse buchen. Allerdings empfiehlt sich dies nicht unbedingt, da diese sehr niedrig ist und somit deine Sicht auf die Tiere eingeschränkt wird. Entsprechend würden wir immer eine SUV-Klasse buchen. Auch wenn der Höhenunterschied gefühlt nur marginal ist, macht es doch einiges aus.

Auch überlegen solltest du dir, ob du vielleicht doch eher einen Camper buchst. Sowohl klassische Wohnmobile* kommen in Frage, wie auch Geländewagen mit Dachzelt (Nichts verkörpert meiner Meinung nach mehr eine Safari, als ein Landrover Defender mit Dachzelt. Deswegen ist das mein absoluter Favorit, dass aber nur am Rande) oder Pick-Ups mit Aufliegern.

Last but not least: Viele Locals kommen mit einem SUV und einem geländegängigen Anhänger, in dem alles drin ist, was das Camperherz höherschlagen lässt. Ob diese zu mieten sind, können wir allerdings nicht mit Sicherheit sagen.

Achte beim Buchen eines Mietwagens egal welcher Klasse auf jeden Fall darauf, dass die Versicherung auch für die Reifen gilt. Wir hatten mitten im Krüger z.B. eine Panne und mussten den Reifen wechseln.

 

*In vielen Parks sind die Wege geteert, sodass ein Wohnmobil durchaus möglich ist. Allerdings dürft ihr mit Wohnmobilen häufig die Feldwege nicht befahren, sodass wir diese Option ausklammern würden.

Unterkunft

Für die Unterkunft steht dir die komplette Bandbreite von Campingplatz bis hin zur luxuriösen Safari Lodge, von staatlicher Unterkunft im Park oder privat betriebenem Hotel/Lodge außerhalb des Parks zur Verfügung.

Die staatlichen Unterkünfte in Südafrika könnt ihr unter https://www.sanparks.org buchen. Ansonsten stehen euch die klassischen Buchungsportale auch zur Verfügung.

 

Wichtig: denkt dran, dass in den Monaten November bis Mai Hochsaison herrscht und die Unterkünfte entsprechend frühzeitig gebucht werden müssen.

Das Festlegen der Route

In unserem Fall haben wir unsere Route anhand der freien Unterkünfte ausgelegt. Lucky you, wenn du noch alle Möglichkeiten hast.

Viele Besucher fahren den Park vom Süden nach Norden ab. Im Süden hast du mehr den „klassischen“ Game-Drive, mit Löwen, Leoparden, Nashörnern, etc., während ganz im Norden mehr Vögel als im Süden gespottet werden können.

Wir sind im Norden gestartet und haben unsere 7 Tage im Krüger im Süden des Parks beendet. Für uns hat es sich auch genau richtig angefühlt. Am letzten vollständigen Tag haben wir die Big Five, also Löwe, Büffel, Elefant, Nashorn und Leopard komplett gesehen und als wir den Park verlassen haben sind wir zum Abschluss noch an acht Nashörnern vorbeigefahren. Ihr beendet eure Safari also bei dieser Fahrtrichtung mit einem richtigen Safari-Feuerwerk.

Tipp: Schaut euch auf eurer Route unbedingt das Gebiet um das Camp Lower Sabie an. Es ist der Wahnsinn!!!

Streberwissen: Big Five

Übrigens kommt die Definition der Big Five ursprünglich aus der Großwildjagd. Unter den Big Five versteht man, die fünf, zu Fuß, am gefährlichsten zu jagenden Tiere:

 

  • Büffel
  • Elefant
  • Löwe
  • Leopard
  • Nashorn

 

Im Krüger hast du die Möglichkeit (keine Garantie) alle Big Five zu sehen. Wir haben es an nur einem Tag geschafft. Gleichzeitig haben wir mit Locals gesprochen die schon mehrmals dort waren und denen immer noch ein Leopard oder ein Nashorn fehlt. 😉

Unsere Route durch den Krüger

Hier mal beispielhaft die Camps in der Reihenfolge, wie wir sie angesteuert haben:

  • Punda Maria
  • Shingwedzi Rest Camp
  • Mopani Rest Camp
  • Olifants Rest Camp
  • Tamboti Tented Camp
  • Pretorioskop
  • Malelane Satellite Camp

Verpflegung

Deine Reise steht bald an? Dann solltest du dir kurz Gedanken zur Verpflegung machen. In vielen Camps gibt es auch Einkaufsmöglichkeiten, sodass du entweder in deinem Camp abends oder wenn du tagsüber dort vorbei fährst, einkaufen kannst. Nichts desto trotz empfiehlt es sich für die ersten Tage außerhalb des Parks einzukaufen, da die Preise leicht höher sind.

Südafrika ist unserer Meinung nach eine noch größere Griller-Nation, als Deutschland. Entsprechend wirst du jeden Abend bei deinen Nachbarn ein Grillfeuer sehen. Hierbei gibt es zwei Lager in Südafrika. Zum einen die Praktiker, die tatsächlich Grillkohle bzw. Briketts verwenden und dann die Puristen, die das Feuerholz im Camp zusammensuchen. Beide Varianten sind akzeptiert, wenngleich wir natürlich das richtige Feuer bevorzugen. Sowohl Kohle als auch Brennholz kannst du in Südafrika im Supermarkt kaufen.

 

Was du auf jeden Fall brauchst, ist genug zu trinken. Denk dran, dass du den ganzen Tag im Auto sitzt und teilweise stundenlang kein Camp siehst, in dem du einkaufen kannst. Vielleicht kannst du für die Getränke eine Kühlbox organisieren?

Zudem hatten wir immer genug Süßigkeiten und Knabberzeugs dabei, um auch längere Perioden ohne nennenswerte Tiersichtungen problemlos überbrücken zu können.

Packliste

Eigentlich unterscheidet sich eine Safari gar nicht so groß zu anderen Roadtrips. Dennoch wollen wir hier mal kurz ein paar Dinge aufführen, die wir wichtig und erwähnenswert fanden:

 

  • Zigarettenanzünder auf USB zum Landen vom Handy
  • Kühlbox (Hatten wir nicht und haben wir schmerzlich vermisst)
  • Fernglas
  • Kamera(s) mit Teleobjektiv
  • Kochutensilien können i.d.R. in den Camps geliehen werden. Ihr könnt aber auch eure eigenen Sachen mitbringen
  • Grillanzünder
  • Feuerholz
  • Taschenmesser mit Dosenöffner
  • Mückenspray für die südafrikanischen Sommermonate

Musik

Eine Safari ist ein Roadtrip. Und ein Roadtrip braucht gute Musik. Such dir am besten eine geeignete Playlist bei Spotify, Apple Music, Deezer und Co. heraus.

 

Hier unsere Spotify-Empfehlung:

  1. Songs to Sing in the Car
  2. Indie Roadtrip
  3. Weekend Chillout
  4. Wochenende
  5. Good Times Great Oldies

 

 

So und nun viel Erfolg auf deiner Safari. Wir freuen uns, wenn du uns ein Feedback dalässt, damit wir den Artikel noch verbessern und ergänzen können.

 

 

 

 

 

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