Alles, was du siehst ist Tee

Und alles was du siehst ist Tee

 

Anreise

Nach unseren paar kulinarischen Tagen in Ipoh ging es für uns weiter in die Cameron Highlands – eines der größten und ältesten Teeanbaugebiete in Malaysia. Und ehrlich gesagt. Wirklich viel mehr als Tee (und Erdbeeren) gibt es dort auch nicht. Trotzdem wollten wir uns dieses Reiseziel, was auf keiner Malaysia-Reise fehlen darf, nicht entgehen lassen.

 

             Übrigens hier findest du das Video zu den Cameron Highlands.

 

Also ging es mit dem Reisebus knappe drei Stunden in Serpentinen die Berge hinauf. Die Fahrweise des Busfahrers lies dabei auch definitiv keine Möglichkeit aus, unseren Magen zu malträtieren. Ähnlich, wie sich Seekranke fühlen müssen, fühlten wir uns bei der Busfahrt!

In den Cameron Highlands gibt es nur wenige Orte. Diese allerdings, sind mitlerweile mit riesigen Hotelanlagen und Bettenbunkern nur so zugepflastert. Massen von asiatischen Touristen strömen durch die kleinen Orte. Entsprechend des Preisgefüges entschieden wir uns für ein Dorm. Im Wesentlichen, weil es die einzige Unterkunft war, die in unser Budget passte. Der Vorteil war auf jeden Fall, dass wir so auch schnell ins Gespräch mit anderen Reisenden kamen.

Schnell die wichtigsten Informationen ausgetauscht:

  • Name
  • Herkunft
  • Was habt ihr hier so gemacht
  • Wo kann man sich einen Roller mieten

Da es aber durch die lange Busfahrt recht spät geworden ist fielen wir auch schon bald ins Bett. Wir waren zwar todmüde, dies störte allerdings unseren asiatischen Mitbewohner nicht die ganze Nacht lautstark seine Schnotter hochzuziehen. Das sind dann leider die unschönen Nebeneffekte bei einem Mehrbettzimmer…

 

Roller mieten uns los geht’s 

Am nächsten Morgen frühstückten wir noch rasch das obligatorische Toast mit Butter und Marmelade, befüllten unseren Tagesrucksack mit ausreichend Wasser und dann brachen wir zur Roller-Station auf.

Als uns der Verleih den dort üblichen Preis nannte, sind wir fast ohnmächtig geworden. 90 RM wollten die tatsächlich von uns für einen Roller haben. Umgerechnet also 18 €. In Indonesien lag der übliche Preis zwischen 4 und 5 €. Aber mittlerweile sind wir auch im Preiseverhandeln routiniert genug, um zu wissen, dass das definitiv nicht der finale Preis sein wird. Im Endeffekt konnten wir uns auf 60 RM einigen. Zwar immer noch eine sehr stolze Summe, aber leider hatten wir keine wirkliche Alternative. Zumindest passten zum ersten Mal die Helme und auch der Roller war in allen Belangen funktionstüchtig. Auch der Tank war bis oben hin gefüllt, sodass wir direkt in Richtung der großen Teeplantagen starten konnten. Im Nachhinein erfuhren wir, dass der Verleih einem Deutschen gehört, was auch die straffe Organisation und den Zustand des Rollers und der Helme erklärte…

 

Tee, egal wohin du siehst

Kaum waren wir aus dem Ort raus und hatten die Erdbeer-Gewächshäuser hinter uns gelassen, zogen auch schon die ersten Teeplantagen an uns vorbei. Kleine, dicht an dicht stehende, grüne Inseln in allen Nuancen (je nach „Reife“) bekleideten die Berghänge nahezu bis zur obersten Kante.

Und obwohl wir für unsere Verhältnisse echt früh dran waren, standen an vielen Parkbuchten schon die Touri-Busse. Wir ließen diese Hotspots direkt links liegen, an denen man tatsächlich um 5m ins Feld hineingehen zu dürfen Eintritt zahlt, während man direkt an der Straße die gleiche Aussicht für umsonst bekommt.

Unser Ziel war größerer Natur. Und zwar wollten wir uns nur mit der größten Teeplantage in den Cameron Highlands zufriedengeben: Der BOH – Plantage. Sie ist nicht nur die Älteste sondern auch die Größte. Ohne Eintritt zahlen zu müssen (Roller sind umsonst und dürfen bis nach ganz oben durchfahren) landeten wir vor einem sicherlich 100 Jahre alten Fabrikgebäude inmitten einer grünen Oase. Und egal wohin man sich drehte, sah man Teepflanzen unterschiedlicher Reife, die sich über mehrere Bergkämme und Täler bis zum Horizont hinzogen. Ein absolut beeindruckendes Bild. Gleichzeitig darf man hier aber auch nicht vergessen, dass diese Pflanzen hier nur wachsen, weil wieder ein riesiges Stück Regenwald abgeholzt wurde. Allein dieser Gedanke hinterließ bei uns schon ein leicht mulmiges Gefühl. Aber einen Schluck frischen Tee zu probieren, ließen wir uns trotzdem nicht nehmen.

 

 

Und wieder ein Wasserfall

Nachdem wir uns an dem Grün satt gesehen haben fuhren wir wieder zurück Richtung Tanah Rata. Ganz in der Nähe unserer Unterkunft sollte sich nämlich ein kleiner Wasserfall im Wald verstecken. Es dauerte dann auch eine Weile, bis wir den Pfad, mit dem man zu Wasserfall gelangt, fanden. Entgegen der Reiseberichte, war dieser recht versteckt hinter einem Blumengeschäft. Nach ca. 10 Minuten entlang des schmalen “Trampelpfad” standen wir auch schon vor dem Wasserfall. Ganz so klein wie wir ihn erwartet hatten, war er dann aber doch nicht.

 

Shithead

Da man generell in den Cameron Highlands außer Tee- und Erdbeerplantagen, sowie dem besagten Wasserfall nicht deutlich mehr machen kann (okay, wer will kann dort viel wandern) hatten wir nur den einen Tag gebucht. Aber das Schöne an Dorms ist ja, dass man automatisch mit anderen Bachpackern in Kontakt kommt. Daher verbrachten wir den Abend bei malaysischem Essen und Kartenspielen mit einem anderen Reisepärchen. Übrigens das Kartenspiel was wir an diesem Abend lernten heißt „Shithead“ und ist seitdem unser permanenter Zeitvertreib, wenn wir irgendwo warten müssen.

Anleitung

Okay. Versuchen wir mal unser Glück, dass Spiel zu erklären. Zuerst braucht ihr ein 52er Kartendeck.

Worum geht es: Ziel des Spiels ist es alle Karten loszuwerden.

Jeder Spieler erhält reihum erst einmal drei einzeln, verdeckt liegende Karten. Auf diesen verdeckt liegenden Karte wird jeweils eine offen liegende Karte gelegt. Zudem erhält jeder Spieler drei Handkarten. Bevor das Spiel richtig startet, darf jeder Spieler beliebig oft, die offen liegenden Karten gegen seine Handkarten (eine, zwei oder gegen alle drei) tauschen. Die übrigen Karten bilden einen Nachziehstapel. Bei uns beginnt immer die Person die beim letzen mal verloren hat (der Shithead). Bei eurem ersten Spiel könnt ihr das ja ausschnucken. Beim ablegen der Karten muss die gelegte Karte, mit ein paar Ausnahmen, gleich- oder höherwertig sein, als die bereits liegende Karte. Die Reihenfolge ist hierbei: 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass.

Hierbei gilt allerdings, dass 2en & 3en immer geworfen werden können. Wird eine 2 gelegt, beginnt die Reihenfolge wieder bei 2. Eine 3 gilt als “unsichtbar”. Das heißt wenn z.B. ein Ass liegt, kann als nächstes eine drei geworfen werden. Der nächste Spieler muss dann wieder das Ass schlagen. Also entweder ein Ass, eine 2 oder eine 3 legen.

Weitere Ausnahme ist die 7. Wird eine 7 gelegt, so muss der nächste Spieler die 7 unterbieten (2-6) oder eben eine weitere 7 legen. Wird auf die 7 eine 3 geschmissen, muss entsprechend der “Unsichtbarkeits”-Regel der nun folgende Spieler die 7 unterbieten. Neben diesen Ausnahmen gilt noch, dass wenn entweder ein 10 gelegt wird oder 4 Karten einer Ziffer liegen, dass der Stapel verbrannt wird. Der Spieler, der die 10 oder die 4te Karte einer Ziffer geschmissen hat, darf nun zuerst nachziehen, damit er wieder drei Handkarten hat und dann die erste Karte legen.

Gleiche Ziffern können zusammen abgelegt werden. Das heißt wenn ihr meinetwegen 2 oder 3 5en auf der Hand habt, könnt ihr diese auch zusammen ablegen. Die gleiche Anzahl an Karten die ihr aus eurem Handdeck gelegt habt, zieht ihr aus dem Nachziehstapel nach, sodass ihr immer drei Karten auf der Hand habt. Wenn ihr nicht legen könnt, weil ihr keine höher oder gleichwertige Ziffer habt, müsst ihr den kompletten Stapel in eure Hand aufnehmen. Dies gilt auch, wenn ihr eine 7 nicht schlagen könnt.

Das passiert jetzt so lange reihum, bis der Nachziehstapel leer ist. Erst jetzt könnt ihr nach den gleichen Regeln, zuerst alle offen liegenden Karten legen. Wenn auch alle offenen Karten gelegt sind, müsst ihr eure verdeckt liegenden Karten legen. Da ihr nicht wisst, was kommt, passiert es nicht selten, dass eure Karte nicht passt und ihr den Abwurfstapel entsprechend wieder aufnehmen müsst. Sollte dies passieren, so müsst ihr erst wieder alle Handkarten loswerden, bevor ihr die nächste, vor euch liegende Karte spielen dürft.

Gewonnen hat der Spieler, der zuerst keine Karten mehr vor sich liegen hat und alle Handkarten abwerfen konnte.

 

Falls ihr Fragen dazu habt schreibt uns gerne oder lasst einen Kommentar da. Übrigens findet ihr unseren Besuch in den Cameron Highlands auch hier auf Youtube.

 

Hier geht’s übrigens weiter mit unserem nächstem Reiseziel: Taman Negara.

 

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